Stellungnahme von Ariya Fehrest- Avanloo zum Artikel “AStA der Ruhr Uni: Geld für Religion und gegen Israel”, ruhrbarone.de vom 3.März 2012

An:

“Ruhrbarone”

Stefan Laurin

Georg Kontekakis

Sehr geehrter Herr Kontekakis, sehr geehrter Herr Laurin,

auf Ihrem Blog schreiben Sie unter anderem in dem Artikel „AStA der Ruhr Uni: Geld für Religion und gegen Israel“ auch über mich. Hierzu möchte ich Stellung nehmen.
Ich bin entsetzt über die Berichterstattung und insbesondere darüber, dass mir bislang keine Gelegenheit gegeben wurde, zu den heftigen Vorwürfen Stellung zu beziehen. Zu keinem der Punkte wurde ich, wie es meiner Meinung nach den journalistischen Gepflogenheiten entspräche, angefragt. Stattdessen haben Sie ungeprüft Inhalte meines privaten Facebookprofils teils sinnentstellend und aus dem Kontext gerissen wiedergegeben.

Ich möchte feststellen, dass ich mich als deutscher säkularer Muslim verstehe und ausdrücklich zurückweisen, dass ich in Ihrem Artikel als Antisemit bezeichnet werde. Ich achte alle Menschen ungeachtet ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft und ihrer Weltanschauung. Ich achte alle politischen und religiösen Meinungen, solange sie, so wie ich, auf dem Boden des deutschen Grundgesetztes stehen. Ausdrücklich möchte ich betonen, dass nationalsozialistische, sexistische, rassistische, antireligiöse und antisemitische Äußerungen von mir scharf verurteilt werden.

Ich trete für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts mittels der sogenannten 2-Staaten Lösung ein. Ich habe mich in der Vergangenheit immer wieder dahingehend geäußert, dass sowohl die Regierung des Staates Israel (nicht Israel!) als auch radikale palästinensische Gruppen wie die Hamas für ihr Vorgehen kritisiert werden dürfen. Natürlich habe ich auch Kritik am Regierungshandeln von Herrn Olmert geäußert. Und natürlich wird ein sehr einseitiges Bild von mir gezeichnet, wenn man meine Kritik an Hamas und anderen palästinensischen Gruppen einfach ausblendet. Ich habe genau eine AStA-Veranstaltung mit organisiert und zwar in der Reihe „Montag Kontrovers“ im letzten Dezember. Die Veranstaltung hatte den Titel „Israel und Palästina – wie kann ein gemeinsames Leben in der Zukunft aussehen?“. Die Veranstaltungsreihe wurde vom AStA veranstaltet, der im letzten Jahr aus Grüner Hochschulgruppe, Linker Liste und der Liste Schöner Wohnen in Bochum (SWIB) bestand.

Ich bin seit zweieinhalb Jahren Mitglied der Internationalen Liste und habe seitdem für die Grüne Hochschulgruppe bei den Wahlen zum Studierendenparlament kandidiert. 2010 wurde ich auf Vorschlag der Grünen Hochschulgruppe zum stellvertretenden Studierendenparlamentssprecher gewählt. Bisher hat sich niemand von der Grünen Hochschulgruppe, der Linken Liste oder der SWIB kritisch geäußert. Vielleicht weil es nichts zu kritisieren gab?

Zu den von Ihnen öffentlich gemachten Äußerungen, die ich nicht öffentlich sondern privat in Facebook mit „Freunden“ geteilt habe, möchte ich sagen, dass alle meine Freunde den ironisch-satirischen Charakter mancher Äußerungen verstehen. Insbesondere sarkastische Statements über die iranische Regierung werden in Ihrer Berichterstattung völlig sinnentstellend als ernsthafte Stellungnahmen dargestellt. Meine Eltern sind als politische Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Mir als Exil-Iraner eine Nähe zum derzeitigen Regime in Teheran zu unterstellen ist bestenfalls grotesk, wenn nicht sogar beleidigend.

Darüber hinaus möchte ich feststellen, dass es einen Unterschied zwischen „säkular“ und „anti-religiös“ gibt. Ich bin der Auffassung, dass ein AStA säkular, aber nicht anti-religiös sein sollte. Religiöse Studierende sollten sich genauso vom AStA vertreten fühlen können wie Feminist*innen, Migrant*innen, ausländische Studierende, Studierende jeglicher sexueller Orientierung und alle anderen Gruppen. Ich finde es besonders erschreckend, dass ich hier aufgrund meiner privaten Facebookeinträge, die hier öffentlich aus dem Zusammenhang gerissen zitiert werden, in die fundamentalistische Ecke gestellt werde. Ich distanziere mich in aller Öffentlichkeit von jedweder fundamentalistischen Einstellung.

Ich möchte sehr darum bitten – auch im Kommentarbereich – meine Persönlichkeitsrechte zu wahren und die Verhältnismäßigkeit der Berichterstattung zu gewährleisten. Ferner möchte ich um Veröffentlichung meiner Stellungnahme bitten.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Meine E-Mail Adresse lautet:

Azadi8596@yahoo.de

Mit freundlichen Grüßen,

Ariya Fehrest-Avanloo

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